Schützenverein Westhausen 1964 e. V. Bogenschießen
 
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Bogenarten, Bogenklassen

Langbogen

LangbogenDer traditionelle Langbogen (englisch Longbow) ist meist aus einem Stück Holz mit gerade auslaufenden Enden gefertigt. Der englische Langbogen hat im Profil den klassischen "D" Schnitt. Zum Bau eines Langbogens wird hauptsächlich Eibe, Bergahorn, Esche, Rosenholz, etc. verwendet. Die Sehne wird heute meist aus Kunstfaser (Dacron) mit einer "Flämisch Spleiß"-Wicklung eingesetzt. Der Langbogen wird, wie auch jeder andere Blankbogen, ohne jegliches Zubehör geschossen. Visier, Stabilisatoren und andere technische Hilfsmittel kommen hier nicht zum Zuge. Es werden ausschließlich Holzpfeile verwendet. Die Sehne liegt nicht an den Wurfarmen an. Der klassische Langbogen hat auch keine Pfeilauflage oder ein sogenanntes Schußfenster sondern wird nur über die Hand geschossen. Mit dem Langbogen wird fast ausschließlich instinktiv bzw. intuitiv geschossen. Langbögen messen etwa 68" bis 72" (Zoll) von Ende zu Ende. Eine Variante des traitionellen Langbogens ist der Flachbogen (American Flatbow), dieser zeichnet sich durch einen flachen Querschnitt der Wurfarme aus. Es gibt auch die moderne Ausführung des Langbogens, mit Schußfenster und entsprechenden moderen Materialien (z.B. Holz/ Carbonlaminat), die in Composit- Bauweise zusammengefügt werden. Diese Bogen werden als sogenannte Hybridbogen bezeichnet, die zwar noch in den Langbogenklassen geschossen werden, mit einem ursprünglichen Langbogen aber nicht mehr viel zu tun haben. Wenn man sich so einen neuen Langbogen im abgespannten Zustand ansieht ähnelt er sehr einem Recurve, aufgespannt liegt die Sehne aber nicht an den Wurfarmen an. diese Bögen haben eindeutig mehr Speed  und deutlich weniger Handschock als ein traditioneller Lang- bzw. Flachbogen. String- bzw. Facewalking ist nicht erlaubt.

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Holzbogen

HolzbogenDer Holzbogen wird auch als Selfbow bezeichnet. Dieser Bogen wird ebenfalls in der Regel aus einem Stück Holz (dem Stave) und ohne moderne Werkstoffe (Carbon, Fiberglas) gefertigt. Aber auch verleimte Vollholzbogen werden als Selfbows bezeichnet. Es werden nur natürliche Materialien (Holz, Horn, Leder usw.) zum Bogenbau verwandt. Die Bogenform kann durchaus "recurved" sein kann, d.h. die Bogensehne kann auch an den Wurfarmen anliegen. Es werden ebenfalls ausschließlich Holzpfeile eingesetzt. Dieser Bogen kommt ebenfalls ohne jegliche Zielhilfe aus und wird in der Regel rein intuitiv (instinktiv) geschossen. Das Schießen mit dem Holzbogen stellt wohl die ursprünglichste Form des Bogenschießens dar. Es ist ebenfalls kein String- oder Facewalking erlaubt.
Liegt die Sehne an den Wurfarmen an, wird er als Recurve eingestuft, falls nicht  kommt die Langbogenklasse zum Tragen.

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Jagdrecurve

JAgdrecurveDer Jagdrecurve ( Bowhunter-Recurve bzw. BHR) besteht entweder aus einem Stück (onepiece) oder aus 3 Teilen (takedown). Die Bogenlänge darf 66 Zoll nicht überschreiten, da sonst nicht mehr von einem Jagdbogen sondern von einem Bare-Bow gesprochen wird. String und Facewalking sind ebenfalls verboten. dies ist eigentlich der klassische Bogen für die Intuitivschützen.
Bei Recurvebögen befindet sich am Wurfarmende die sogenannte Recurve. Das sind die nach vorne gebogenen Wurfarmspitzen, die je nach Art verschiedene Eigenschaften haben. Im Falle der "arbeitenden" oder vollen Recurve schnellt die Sehne im Moment des Lösens langsamer und damit weicher nach vorn als bei einem Bogen ohne Recurve. Dies führt zu einer besseren Stabilität und Wurfleistung. Andere Bogenschützen, z.B. Bogenjäger, legen mehr Wert auf Pfeilgeschwindigkeit und Wurfleistung. Diese bevorzugen dann einen Bogen mit z.B. halber Recurve. Beim Ausziehen des Bogens erhöht sich das Zuggewicht bis zum Erreichen der Auszugslänge stetig und muss bis zum Lösen gehalten werden.
Die Bögen werden aus Holz, Fiberglas oder auch aus Carbonlaminaten gefertigt. Sie werden in Längen zwischen 48" und 70" hergestellt, wobei zum Scheibenschiessen selten Bögen unter 64" eingesetzt werden. Kleinere Bögen werden gerne zur Jagd eingesetzt, weil diese im Gelände nicht so sperrig sind. Die Zuggewichte bei Recurvebögen variieren zwischen 10 lbs und 120 lbs.
Der Bogen ist mit einem Bogenfenster ausgestattet, sodass ein Centershot eher erreicht wird. Der Pfeil wird entweder auf dem Shelf aufgelegt, aber auch Pfeilauflagen sind erlaubt. Hilfsmittel wie Auszugskontrolle oder Visier sind nicht erlaubt. Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer ( TFC ) am Bogen sind erlaubt.
Vorausgesetzt sie dienen nicht als Sehnenführung, berühren nichts als den Bogen, stellen keine Behinderung für andere Wettkämpfer dar, was den Platz am Schiesspflock betrifft.

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Recurve Blank

BlankbogenDer Blankbogen wird auch als Bare-Bow bezeichnet. Zur Disziplin Blankbogen werden ein- oder mehrteilige Recurvebögen verwendet. Ein Barebow muss blank sein, mit Ausnahme der Pfeilauflage. Er muss frei sein von Herausstehendem, von Markierungen, Flecken oder von Laminierungen, die (im Bogenfenster) als Zielhilfe dienen könnten. Die Mittelwicklung der Sehne darf bei vollem Auszug nicht im Blickfeld des Wettkämpfers enden. Stabilisatoren sind nicht zulässig. Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden, alle Gewichte ungeachtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stoßdämpfern am Mittelstück befestigt werden. Der nicht gespannte Bogen mit allem erlaubten Zubehör muss durch einen Ring oder ein Loch von 12.2 cm Innendurchmesser +/- 0,5 mm passen. 
Die Bogenlängen gehen dabei von ca. 54" bis 70" (Zoll). Der Blankbogen kann auch ein Olympic-Recurve ohne Visier, Stabis und Klicker sein. 

Gezielt wird bei diesen Bogentypen mittels eines antrainierten Vorhaltesystemes direkt über den Pfeil, wobei durch entsprechendes Untergreifen an der Sehne die Flugbahn und damit der Auftreffpunkt beeinflußt wird. Dabei wird die Sehne nicht direkt am Nockpunkt (Pfeilhöhe) genommen, sondern entsprechend der Entfernung unterhalb des Nockpunktes.

Eine andere Art ist das rein intuitive Schießen. Der Schütze zielt nicht bewusst, sondern über das Bild welches die Einheit - Pfeil - Bogen - Sehne - Ziel - vor seinen Augen ergeben. Intuitives Schiessen erfordert sehr viel Training.




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Olympischer Recurve

Olympischer Recurvebogen

Der Recurve-Turnierbogen wird auch olympischer Bogen genannt. Die Bogenlänge beträgt in der Regel zwischen 64" und 72". Zum Scheibenschiessen werden  meistens nur Bögen mit Zuggewichten bis 50 lbs eingesetzt. Dies ist auch abhängig von der Kraft und Ausdauer des Schützen. Der moderne Recurve-Bogen besteht aus vier Teilelementen.  Dem Griffstück, dem oberen und unteren Wurfarm und der Bogensehne. Die Griffstücke werden heute in der Regel aus Leichtmetall-Legierungen (Alu - Magnesium) oder Carbonverbundmaterial gefertigt. Durch die Teilung kann der Bogen zerlegt und platzsparend transportiert werden. Die Wurfarme werden aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher Materialien gefertigt. Meist werden hierzu mehrere Schichten Holz, Glasfaser, Carbonwerkstoffen und unterschiedliche Kunststoffe verleimt. Die Wurfarme werden in die entsprechenden Aufnahmen des Mittelstückes gesteckt. Über Verschraubungen oder Steckverbindungen sind sie am Mittelstück fixiert.
Der Begriff Recurve bezieht sich auf die zurückgebogenen Enden der Wurfarme. Diese speichern die Energie in sich und geben sie beim Lösen der Sehne schlagartig ab. Die Bogensehne wird aus Kunstfasern hergestellt. Es sind hauptsächlich Dacron, Kevlar oder Fast Flight genannte
Fasern. Sie wird an den Wurfarmenden eingehängt. Eine Pfeilauflage, die am Mittelstück angebracht ist, dient als Auflage und Führung des Pfeiles am Bogen. Zum Zielen wird eine entsprechende Visiereinrichtung angebaut. Stabilisatoren und Vibrationsdämpfer können ebenfalls am Mittelstück angeschraubt werden. Die Auszugkontrolle erfolgt über einen sogenannten Klicker. Durch diese technischen Verfeinerungen und Hilfsmittel erlaubt der Turnierbogen eine hervorragende Treffergenauigkeit und Konsistenz im Schussbild.

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Compoundbogen

CompoundbogenDer Compoundbogen (engl. compound bow ) wurde 1969 in den Vereinigte Staaten Amerika erfunden.
Er besteht in seinen Grundelementen, wie der Recurvebogen aus drei Teilen, einen Mittelstück und zwei Wurfarmen. Er wird nach dem Schiessen  nicht zerlegt. Er ist wesentlich kompakter aufgebaut als ein vergleichbarer Recurve-Turnierbogen. An den Wurfarm- enden sind Rollen oder Excenterkurvenscheiben angebracht. Über dieses Rollensystem wird ein Stahlseil geführt. An dessen Enden ist die Bogensehne eingehängt. Diese Excenterrollen bewirken, dass der Bogen mehr Energie in den Wurfarmen speichern kann und je nach Modell eine Zugreduktion von 50% - 80% ermöglicht. Dies bedeutet, dass beim Spannen des Bogens das volle Zuggewicht bis zum Gipfelpunkt gezogen werden muss. Nach Überschreiten des Gipfelpunkts, wird das Zuggewicht stetig leichter bis das sogenannte Tal bzw. Ende des Auszugs erreicht wird. Das Haltegewicht beträgt am Auszugsende somit nur z.B. 70% des Gipfelzuggewichtes. Dies hat unter anderem beim Scheibenschießen den Vorteil, dass bei relativ niedrigem Haltegewicht der Pfeil eine hohe Geschwindigkeit und damit eine flachere Flugbahn einnimmt. Die Pfeilgeschwindigkeit bei Compoundbögen kann mehr als 340 fps (feet per second) betragen, das entspricht etwa 103 m/sec oder 370 km/h.
Das bedeutet für den Schützen, dass er zwar kurzzeitig die Kraft für das maximale Zuggewicht aufbringen muß, aber zum Zielen den Bogen nur mit der verringerten Kraft hält. So kann es vorkommen, dass ein Schütze dessen Bogen ein Zugewicht von 60 lbs (englischen Pfund) hat, im Vollauszug nur noch 15 lbs zu halten braucht. Die Bogenlänge für Compoundbögen liegt ca. zwischen 38" und 48" (1 Zoll = 2,45 cm). Wegen der normalerweise höheren Zuggewichte ist ein Compoundbogen wesentlich stabiler konstruiert als ein Recurve-Bogen. Auch Visier und Pfeilauflage unterscheiden sich. Der Compound wurde entwickelt, um die Bogen-Energie gleichmäßig an den Pfeil abzugeben. Er wird mit einem Release geschossen, dadurch werden Ablassfehler verhindert.

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Reiterbogen

ReiterbogenDer Reiterbogen wurde außerhalb von Europa entwickelt. Am bekanntesten für den Bau von Reiterbögen sind die Hunnen und Mongolen, zentralasiatische Völkerschaften. Auch bekannt für den Bau und die Verwendung von Reiterbögen sind die Comanchen Nordamerikas. Sie wurden im 19. Jahrhundert von den Armeen der jungen Vereinigten Staaten als die weltweit beste leichte Kavallerie bezeichnet.
Aufgrund der gewellten Form des Reiterbogens wurde dieser nicht nur aus Holz, wie z.B. der europäische Langbogen, sondern auch aus Sehnen und Horn gefertigt. Der Bau eines mongolischen Reiterbogens konnte bis zu 2 Jahren Bauzeit betragen. Grund dieser langen Bauzeit ist nicht nur die Verwendung von Horn und Sehnen sondern auch das Trocknen der Baumstämme, welches schon teils bis zu 1 1/2 Jahren betragen konnte. Der Vorteil der Verwendung von Horn und Sehnen besteht in ihrer höheren Fähigkeit, Energie zu speichern und sie wieder an den Pfeil abzugeben. Würde ein Bogen mit exakt der gleichen Form, wie die eines mongolischen Reiterbogens, nur aus Holz gefertigt, würde dieser sofort brechen. Mongolische Reiterbögen hatten bis zu 75 Pfund Zuggewicht und warfen speziell für den Bogen angefertigte Pfeile ca. 220-280m weit. Es ist schwierig, einen Pfeil vom Rücken eines Pferdes aus abzufeuern, da der Zeitpunkt des Schusses nicht frei bestimmt werden kann. Der Schuss muss erfolgen, wenn sich alle vier Hufe des Pferdes in der Luft befinden, sodass keine Erschütterungen auf den Schützen übertragen werden können. Diese Fähigkeit ist nur durch jahrelanges intensives Training erlernbar. Der Reiterbogen wurde, vor allem später von den Türken, mit dem Daumen, meist mit der Hilfe eines Daumenrings aus Horn, ausgezogen.

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